04. Februar 2026
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PV-Zubau in Castrop-Rauxel 2025 deutlich eingebrochen

Zahlen aus dem Marktstammdatenregister zeigen Trend zu kleineren Anlagen – Kritik an fehlenden Großprojekten

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Der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen in Castrop-Rauxel ist im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Das zeigen aktuelle Zahlen aus dem Marktstammdatenregister. Sowohl die Anzahl der neu installierten Anlagen als auch die insgesamt neu installierte Leistung lagen spürbar unter den Werten der beiden Vorjahre.


Während im Jahr 2024 noch 832 neue PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 5.391 Kilowattpeak (kWp) installiert wurden, waren es 2025 nur noch 739 Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 4.253 kWp. Damit setzt sich erstmals seit mehreren Jahren ein negativer Trend fort.


Besonders auffällig ist die Entwicklung der durchschnittlichen Leistung pro Anlage. Diese sank von rund 6,48 kWp im Jahr 2024 auf nur noch etwa 5,76 kWp im Jahr 2025. Zum Vergleich: In den Boomjahren zuvor lag dieser Wert teils deutlich höher – etwa bei 14,87 kWp im Jahr 2022 oder sogar 18,76 kWp im Jahr 2020.


Die Zahlen deuten darauf hin, dass der aktuelle PV-Zubau in Castrop-Rauxel vor allem von kleinen Anlagen getragen wird – etwa auf Einfamilienhäusern oder durch Balkonkraftwerke. Größere Neuinstallationen auf Gewerbedächern, bei der Wohnungswirtschaft oder auf öffentlichen Gebäuden spielen hingegen offenbar eine deutlich geringere Rolle als in den Vorjahren.


Kritisch bewertet diese Entwicklung Ulrich Werkle, langjähriger Akteur der lokalen Klimaschutzbewegung. Werkle war über 40 Jahre Ratsmitglied für Bündnis 90/Die Grünen und engagiert sich unter anderem im Klimabündnis sowie bei Bürgersolar-Projekten.


Nach Einschätzung Werkles lasse der Rückgang bei Leistung und Anlagengröße darauf schließen, dass sich größere Akteure bislang kaum am aktuellen Ausbau beteiligen. Während private Haushalte weiter investierten, blieben Gewerbe, Wohnungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen mit ihren großen Dachflächen deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück.


Die Ursachen für den Einbruch werden in den vorliegenden Daten nicht benannt. Denkbar sind unter anderem gestiegene Baukosten, bürokratische Hürden oder eine veränderte Förderkulisse. Unabhängig davon zeigen die Zahlen, dass der lokale Ausbau der Solarenergie zuletzt an Dynamik verloren hat.


Ob und wie gegengesteuert werden kann, dürfte damit erneut zum Thema in Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft werden.


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  • Quelle(n): CASNews & Bundesnetzagentur

Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.